Private Cloud
Eine Private Cloud ist eine Cloud-Infrastruktur, die exklusiv für eine einzelne Organisation betrieben wird — im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Dienstleister. Das NIST führt sie in der Sonderpublikation SP 800-145 von 2011 als eines von vier Bereitstellungsmodellen neben Public, Community und Hybrid Cloud. Entscheidend ist nicht der Standort, sondern die Exklusivität der Ressourcen und die fünf Cloud-Merkmale: Selbstbedienung auf Abruf, breiter Netzzugang, Ressourcen-Pooling, schnelle Elastizität und messbare Nutzung.
Private Cloud in der Praxis
Der Unterschied zwischen einer Private Cloud und klassischer Virtualisierung liegt im Betriebsmodell, nicht in der Hardware: Erst wenn Rechenleistung, Speicher und Netzwerk als Pool bereitstehen, per Selbstbedienung angefordert werden können, elastisch skalieren und nutzungsabhängig messbar sind, ist die Definition aus NIST SP 800-145 erfüllt. Technisch entsteht eine Private Cloud typischerweise aus einem hyperkonvergenten Cluster mit Software-defined Storage, einer Virtualisierungsschicht, Software-defined Networking und einer Automatisierungs- oder Portalebene darüber.
Der Vorteil gegenüber der Public Cloud liegt in Datenhoheit, kalkulierbarer Latenz zu lokalen Systemen und der Möglichkeit, Anforderungen ohne zusätzliche Auftragsverarbeitung zu erfüllen; der Preis dafür ist, dass Kapazität vorgehalten und der Lebenszyklus selbst verantwortet werden muss. Eine Managed Private Cloud verschiebt diese Verantwortung an einen Dienstleister, ohne die Exklusivität aufzugeben. Für den Mittelstand ist die Private Cloud selten ein Ersatz für Azure oder Microsoft 365, sondern der lokale Teil einer hybriden Architektur: Dort laufen Fertigungs-, Konstruktions- und ERP-Workloads mit harten Latenz- oder Lizenzanforderungen, während Identität, Kollaboration und Analytik in der Cloud liegen. Alendris zieht diese Trennlinie im Assessment und baut die lokale Seite so, dass sie über Azure Arc und eine Hybrid-Identity-Brücke zu Entra ID konsistent verwaltbar bleibt.